Beitrag im ZO, 15.4.2026
Geht es Ihnen auch so? Wenn ich das Martinshorn der Feuerwehr höre, zucke ich unwillkürlich zusammen: «Wo brennt’s?». Dabei obliegen der Feuerwehr noch ganz andere Aufgaben wie die Rettung von Menschen und Tieren aus Notlagen, die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, Hochwasser, Sturmschäden oder Erdbeben, der Schutz der Umwelt bei Öl- und Chemieunfällen sowie Aufgaben im vorbeugenden Brandschutz und in der Gefahrenprävention.
Als Mitglied der Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen, welche die Oberaufsicht über die Gebäudeversicherung des Kanton Zürich innehat – zu der auch die Feuerwehren des Kantons gehören – durfte ich in den vergangenen Monaten viel über die Feuerwehren erfahren. Vor allem hat sich für mich bestätigt, dass es auch bei der Feuerwehr – wie in vielen anderen Gebieten – das Phänomen immer weniger gibt, dass ein kurzer punktueller Eingriff genügt, um ein Problem zu beseitigen.
Im Gegenteil: Grossflächige, langandauernde und unübersichtliche Schadenereignisse werden künftig vermutlich gehäuft auftreten. Insbesondere auch in der Schweiz, wo wir lange Zeit von Grossereignissen verschont geblieben sind. Unter diesem Aspekt waren oberste Führungskräfte der Feuerwehren im Kanton Zürich zu einer Langzeitübung ins Deutsche Weeze eingeladen. Über drei Tage hinweg wurde auf dem Gelände einer einstigen britischen Luftwaffenbasis ohne Unterbruch ein sich dynamisch entwickelndes Echtzeitszenario geübt. Die Anlage in Weeze mit Wohn- und Industriebrachen, Infrastrukturbauten wie Bahn, Strassen, Kraftwerk, Spital, Schulhaus und Einkaufsläden bot die optimale Umgebung für eine derart gross angelegte Übung. Einige Feuerwehren unseres Kantons kennen die Anlage bereits aus früheren Trainings.
Die erfreuliche Erkenntnis aus der internationalen Übung: Die Einsatzorganisation ist grundsätzlich leistungsfähig, auch unter hoher Belastung. Die Führung ist klar und strukturiert, die Zusammenarbeit funktioniert, nicht zuletzt dank der hohen Motivation und dem grossen Engagement der Teilnehmenden.
Im Fazit des Übungsberichtes werden auch Felder mit Entwicklungspotenzial gezeigt: Rollen, Prozesse und Handlungsabläufe seien noch nicht ausreichend gefestigt, der Informationsfluss sei noch zu sehr personenabhängig und die Strukturierung zu Beginn der Übung noch verbesserungswürdig.
Das Fazit für mich als Mitglied der Oberaufsicht über die Feuerwehren: Herzlichen Glückwunsch zu dieser bedeutenden Übung und den Zürcher Führungsverantwortlichen vielen Dank für Ihre Arbeit. Es gilt, die Feuerwehren in den Gemeinden, Stützpunkten und auch die Berufsfeuerwehren in den Städten Zürich und Winterthur zu unterstützen. Denn: Die Feuerwehr wehrt sich an unserer statt, während 24 Stunden an 365 Tagen. Nochmals herzlichen Dank dafür!