Leserbrief vom
Immer wieder höre ich von Lehrpersonen, dass es vielen Schülerinnen und Schülern im Unterricht an Konzentration mangelt. Konzentrationsfähigkeit hat unter anderem häufig mit genügend Schlaf zu tun. Hier können wir als Eltern viel dazu beitragen, damit unsere Kinder und Jugendlichen erholt und ausgeschlafen zum Unterricht erscheinen.
Als Mutter weiss ich sehr genau, dass es im wahrsten Sinn des Wortes kein Kinderspiel ist, Kinder und Jugendliche zu einer gesunden Schlafhygiene zu motivieren. Sind die Eltern und andere ältere Bezugspersonen bis spät in den Abend hinein mit ihren mobilen Geräten beschäftigt, orientieren sich die Kinder oft daran, umso mehr als auch sie fasziniert sind von ihrem Mobiltelefon. Was ist zu tun?
Ein konkreter Lösungsansatz wäre, auf den Smartphones den automatischen «Blaulicht-Filter» zu aktivieren. Vor allem blaues Licht, welches auch von Handydisplays ausgeht, unterdrückt die Produktion von Melatonin, ein Hormon im Gehirn, das dafür sorgt, dass wir Menschen am Abend müde werden. Sind wir durch Displays grellem Licht ausgesetzt, wird dem Hirn signalisiert, dass es noch Tag ist und die innere Uhr verschiebt sich entsprechend nach hinten.
Forschende auf dem Gebiet empfehlen, 60 bis 90 Minuten vor dem Einschlafen in kein Display mehr zu schauen. Einige Familien kennen ein gemeinsames «Handyhotel». Ab einer bestimmten Uhrzeit checken alle Familienmitglieder ihr Smartphone im Handyhotel für die Nacht ein. Manchmal hilft nur schon, sich beim Kind nach einer zu kurzen Nacht nach seinem Befinden zu erkundigen. Oft spüren die Kinder und Jugendlichen durch diese Nachfrage selbst, weshalb sie müde bis gereizt sind und wenig motiviert, um in die Schule zu gehen.
Andrea Grossen-Aerni, Wetzikon, Kantonsrätin EVP