Die Kantonspolizei Zürich rückt jeden Tag 21 Mal wegen häuslicher Gewalt aus. Und dieses Jahr verzeichnen wir so viele Femizide wie noch nie. Seit Januar ist im Durchschnitt alle zwei Wochen eine Frau bei einem Tötungsdelikt ums Leben gekommen. Und fast immer stammt der Täter aus dem engsten Umfeld: der Partner, der Ex-Partner. Das ist keine düstere Statistik, das ist die Realität – hier in der Schweiz.
Der Kanton Zürich hat viel investiert: Es gibt ein wirksames Gewaltschutzgesetz. «Wer schlaht, de gaht», gilt im Kanton Zürich seit bald 20 Jahren. Es gibt ein Bedrohungsmanagement. Die Anzahl Schutzplätze in den drei Frauenhäusern im Kanton Zürich wurde deutlich erhöht und die Finanzierung verbessert. Die Leistungen der Opferberatungsstellen wurden ausgebaut. Die medizinische Erstversorgung von Opfern und die Spurensicherung wurden verbessert. Es wurde das Lernprogramm Partnerschaft ohne Gewalt eingeführt. Und seit dem 1. November 2025 gibt es eine 24-Stunden-Hotline.
Trotz aller Unterstützung durch den Kanton bleiben Lücken. Das Frauenhaus Zürcher Oberland steht zwar finanziell stabiler da, doch die Beratungsstelle, die den Frauen und den Kindern den Weg zurück in ein selbständiges Leben ebnet, wird fast vollständig über Spenden und freiwillige Beiträge finanziert.
Das Frauenhaus Zürcher Oberland leistet seit Jahren Pionierarbeit. Wer das Team kennt, weiss, dass dort mit jedem Franken umsichtig umgegangen. Jahrelang mussten Mitarbeitende um die Finanzierung kämpfen, Lücken stopfen, Prioritäten neu setzen, sie waren immer am Limit. Trotzdem haben sie weitergemacht und weiter investiert.
10’000 Franken sind fĂĽr unser städtisches Budget ein verkraftbarer Betrag.
Für das Frauenhaus aber machen sie einen spürbaren Unterschied. Sie geben dem Team mehr Planungssicherheit und nehmen Druck vom ständigen Spendensammeln. Jede Stunde, die ins Fundraising fliesst, könnte auch für die Begleitung der  Frauen und Kinder eingesetzt werden.